go seven !

Der Blog von Pascal Tippelt. Wohnmobil, Computer, Linux und so

17. April 2018
von pascaltippelt
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Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 17 Einmal die Zündung neu

Wer hier brav meinen Blog verfolgt, der wird sicher mitbekommen haben, dass wir vor ein paar Wochen über Ostern am Steinhuder Meer waren. Auf dem Rückweg habe ich dann bemerkt, dass in bestimmten Drehzahl- und Lastbereichen der Karl Heinz nicht mehr so schön gezogen hat und sogar gelegentlich etwas gestottert hat. In etwa so, als ob immer mal ein Zylinder nicht gezündet würde. Ich habe dann also mit der Fehlersuche begonnen und zuerst gecheckt, ob noch genug Sprit ankommt, ob der Benzinfilter noch gut ist oder ob vielleicht eine Benzinleitung porös ist. Letzteres traf zu, ein Austausch erfolgte aber das Problem bestand weiterhin.

Stellt sich die Frage: Was kann noch die Verbrennung negativ beeinflussen? Es kam natürlich die Zündung als Möglichkeit in Betracht – das war dann auch mein zweiter Schritt. Da meine Zündkabel neu sind ging ich schnell dazu über, den Zündverteiler zu prüfen. Dazu muss man sagen: Ich habe noch nie mit solcher Technik gearbeitet. Also: Verteilerdeckel runter und erst mal ein Blick rein. Wie die Sau ins Uhrwerk. Als erstes fällt mir auf: Etwas ölig die ganze Region… Kontaktabbrand am Unterbrecher und oh! Das Massekabel für die Unterbrecherplatte ist in drei (!!) Teilen und gut verteilt im Zündverteiler zerbrochen.

Zündverteiler Bedford Blitz

Zündverteiler Bedford Blitz, geöffnet, sichtbar: Verteilerläufer

Jetzt nur einen neuen Unterbrecher einbauen wäre natürlich lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein gewesen. Also mal die Suchmaschinen und das Bedford-Forum angeworfen und befragt. Siehe da: Man kann die Zündung auf kontaktlos umrüsten. Super! Bei meinem Verteiler handelt es sich um einen DELCO D300, hier ist auch die Ersatzteillage noch gut, es handelt sich um ein recht weit verbreitetes Produkt. Wenn man einmal alles auseinander nehmen muss habe ich dann gleich folgendes erneuert:

  • Verteilerdeckel DELCO D300 [HIER]
  • Verteilerfinger DELCO D300 [HIER]
  • Massekabel im Zündverteiler (Gefertigt auf Gummileitung H07 mit 1,5 mm²)

Und natürlich eine kontaktlose Zündung [HIER oder HIER] eingebaut. Letztere habe ich aus Großbritannien importiert – das war um einiges günstiger als diese in Deutschland zu erwerben.

Um den Umbau vollziehen zu können, muss der ganze Verteiler vom Motorblock gelöst werden. Entweder man dreht den Motor währenddessen nicht und baut den Verteiler genau in derselben Position ein, wie man ihn entnommen hat, oder man stellt dem Motor auf den oberen Totpunkt, dann findet man die Position auf alle Fälle wieder. Ist der Verteiler draußen, muss das Zahnrad gelöst werden indem man den Spannsplint mit einem Splinttreiber entfernen:

Dann kann man die Welle herausnehmen und das Powerspark-Kit einbauen. Ich musste dann noch die Platte unter dem Unterbrecher demontieren um das neue Massekabel zu verbauen. Dann alles wieder zusammen und ab in die Scheune um den Verteiler einzubauen. Wichtig dabei: Der kontaktlose Unterbrecher darf niemals verpolt werden! Sonst kauft man sich einen Zweiten 😀

Ich habe dann in etwa dieselbe Position vom Zündzeitpunkt her gewählt wie sie vorher war und den Motor einmal gestartet. Tatsache: Nach dem zweiten Mal drehen lief das Motörchern. Jippi! Nun sollte eigentlich die Einstellung des Zündzeitpunktes folgen, aber meine Zeit war zu knapp und an einem Oldtimer bastelt man nicht mit Zeitdruck. Also muss hier wohl in Kürze ein Update rein!

16. April 2018
von pascaltippelt
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Ein Monat o2 Free – Kurzerfahrung

Ich habe es nun doch getan: Mein blau.de Prepaid-Karte ist adé. Seit acht Jahren war ich Kunde, doch nun hat mich die Drosselung nach Ende des Datenvolumens derart gestört, sodass ich auf einen Vertrag umgestiegen bin.

Der hat, wie mein Prepaid bisher, 1 GB Highspeed-Volumen. Warte! Wo ist da die Verbesserung? Die Frage ist berechtigt, ihre Antwort so simpel wie genial: Die Drosselung erfolgt auf 1000 kbit/s statt auf unnutzbare 64 kbit/s. Das ist etwa 15 ma schneller und enspricht einer DSL 1000 Leitung – aber im Up- wie auch Download. Das Netzt von Telefonica kannte ich natürlich schon, so auch seine Schwächen. Insbesondere das EDGE-Netz von Telefonica ist ja kaum zu nutzen gewesen mit blau.de, doch – Oh Wunder! – jetzt tut sich was in der lahmen Leitung. Offensichtlich werden Vertragskunden im o2 Netz bevorzugt.

Doch was geschieht nun, wenn man in die Drosselung kommt? Nun, als erstes fliegt man aus dem LTE Netz. Das tut in den meisten Regionen nicht weh, es sei dann auf dem Lande, wo dann nur noch EDGE zur Verfügung steht. Ich konnte nun feststellen, dass Surfen, Mailen, Whatsappen und dergleichen noch ohne Einschränkung nutzbar ist. Musik Streamen? Ohne Probleme ( 320 kbit/s < 1000 kbit/s).

Doch wie sieht es mit Video aus? Rechnen wir einmal hoch: 1000 kbit/s sind 450 MB in einer Stunde. Gehen wir davon aus, dass ein durchschnittlicher Film zwei Stunden geht, so stehen unter optimalen Bedingungen nur ca 900 MB zur Verfügung. Bei Amazon Prime Video kann man sich eine Prognose in den Einstellungen ansehen:

Und siehe da: Wenn man auf die beste Qualität verzichten kann, kann man auch Videos streamen. Meine Erfahrung: “Gut” funktioniert immer, auch im Zug bei Netzwerk-Hopping, “Besser” geht wenn man sich nicht bewegt und “Optimal” lässt sich kaum ohne Ruckler nutzen. Selbst mein Plex-Streaming funktioniert – mit reduzierter Qualität – gut, so muss das!

Fazit: Wenn man nicht auf ein LTE-Netzwerk angewiesen ist, so kann man selbst mit dem kleinsten Tarif o2 Free S ohne Sorgen surfen, bis der Arzt kommt. Ich bin zufrieden. Ach und Telefon- und SMS-Flat sind natürlich auch dabei.

6. April 2018
von pascaltippelt
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Deutsche Bahn – Ein Kommentar zur Kriesenbewältigung

Wir schreiben den 17. März 2018 an einem Wochenende, an dem in Deutschland mitten im März nochmal Schnee angekündigt war. Wir wollten trotzdem einmal quer durch Deutschland. Per Bahn. Recht früh hat sich dann aber rausgestellt, dass unser Zug nicht ankommen wird, denn rund um Leipzig war alles dicht. Weichen vereist heißt es, nunja ein Blick auf die Wetterkarte lieferte die Erklärung. Die Leipziger Tieflandsbucht hatte es schwer erwischt.

Für einen solchen Fall gibt es zum Glück die Fahrgastrechte. Bei einem Zug, der sein Ziel nicht erreicht ist die Lage da relativ klar: Rückerstattung des Reisebetrags (und von zusätzlichen Kosten, welche wir aber nicht hatten). Also habe ich brav das Formular ausgefüllt und per Post eingeschickt (70 ct Breifmarke, 20 ct Druckkosten, 10 ct Briefumschlag). Alles gut soweit. Doch heute, nach etwa zwei Wochen kam die Antwort: Keine Erstattung möglich, da der Zug mit 0 Minuten Verspätung eingefahren sei. Bitte was? Weiß die Bahn nicht, wann ihre eigenen Züge nicht ankommen?

Ich habe prompt zum Telefon gegriffen (20 ct pro Anruf aus dem Festnetz) und wurde nach nur 5 min mit einer netten Dame verbunden. Nachdem ich meine Lage geschildert habe hat diese dann auch sofort gesagt, dass hier der Bahn ein Fehler unterlaufen ist. Sie würde unseren Beleg in die Widerrufsabteilung weiterleiten. Wie lange das dauert? Na so 2 Wochen, dann gibt es einen neuen Brief…

Ich bin an der Stelle etwas enttäuscht von der deutschen Bahn. Klar: Schlechtes Wetter und Probleme deswegen das kann vorkommen. Aber dann dreist behaupten, dass an dem Tag alles auf die Minute genau gelaufen ist? Das geht nicht. Und das Schlimmste: Hätte ich mich nicht gekümmert, hätte ich nicht nochmals Geld und Zeit investiert, würde ich nie an meine mir zustehende Erstattung kommen. Das ist wirklich traurig.

29. März 2018
von pascaltippelt
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Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 16 Wiederbelebung, eine störrische Kupplung und das Bad die Zweite

Es ist nun schon eine ganze Weile her, seitdem ich das letze Mal hier etwas zu Karl-Heinz gepostet habe. Über den Winter kamen die Prüfungen in der Hochschule und Berufliches zusammen, sodass mir kaum Zeit für das Mobil blieb. Wer trotzdem etwas lesen möchte, der sei immer auf den Blog meiner Holden verwiesen, da gibt es öfter mal was. Aber dennoch ist in den letzen Wochen einiges passiert. So haben wir Karl-Heinz aus dem Winterschlaf aufgeweckt und so einiges erneuert und verbessert.

Der Auspuff

Endlich habe ich einen Preiswerten, passenden Mittel- und Endschalldämpfer für den Bedford Blitz gefunden. Wir sind immer darauf bedacht, Ersatzteile nur zu kaufen, wenn sich nicht mehr reparieren lässt, aber der alte Pott war nicht nur hinüber, er gehörte auch definitiv nicht zu diesem Modell. Gut zu Wissen ist an dieser Stelle, das der Auspuff bei allen Bedford Blitz / Hymermobilen der Zeit gleich war – zumindest der Mittel- und Endschalldämpfer. Egal ob Benziner, Diesel, kleiner oder großer Hubraum. Für den Benziner ist schon lang nichts mehr gelistet, aber für den Diesel findet man noch den originalen (!!!) Auspuff bei diversen Händlern.

Händlergrafik IMASAF Auspuff (Quelle: auspuffsets.de)

Der Radkasten

Leider lässt sich Rost bei einem Oldtimer selten vermeiden. Auch wir hatten eine Durchrostung im Bereich des Radkastens – die wir mit einem neuen Blech ausgebessert haben. Zuvor natürlich alles hübsch sauber gemacht, dann Rostschutz, Lack und wieder Unterbodenschutz…

Die Kupplung

Bevor es los ging hatten wir es allerdings mit einem großen Problem zu tun. Die Kupplung saß fest. Ob fest-gefroren oder zusammen-gerostet kann ich nicht genau sagen. Lösung des Problems: Ein Rad der Antriebsachse aufbocken, Gang rein und erstmal laufen lassen. Dann alle 5 Minuten immer wieder Kupplung treten. Nach 20 oder 30 Minuten und einen Krampf in der Wade war die Kupplung dann frei und es konnte los gehen.

Das Bad

Die Nasszelle hatte ich ja schon im vorigen Jahr gefertigt, aber noch nicht von außen verkleidet. Nun hatte ich ein Wochenende frei und Tatjana und ich haben mal eine große Hauruck-Aktion gestartet um Karl-Heinz aufzuhübschen. Das Bad wurde mit einseitig weiß beschichteten dünn-MDF verkleidet, alle Kanten mit 15 * 15 mm Aluleisten verziert.

Gut zu erkennen: Die Tür fehlt noch. Aber kommt! Keine Sorge 😉

Über Ostern möchten wir jetzt erst mal ans Steinhuder Meer fahren. Hoffentlich wird es etwas wärmer als angekündigt…

29. Januar 2018
von pascaltippelt
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Subwoofer für’s Heimkino selber bauen

Ich bin ein Fan vom eigenen Heimkino. Deswegen hängt bei mir ein lang ersparter Beamer an der Wand und eine gebraucht gekaufte Hifi-Anlage aus den 90ern im Wohnzimmer. Obwohl ich mit dem musikalischen Klang der 3-Wege Standboxen (mit 2 Tieftönern) grunsätzlich sehr zufrieden bin, fehlt mir bei dem ein oder anderem Action-lastigen Film doch etwas die Schiene des Teiftonsoundeffektes. Dazu haben die Standboxen einfach nicht genug Volumen und Membranfläche. Aus diesen Gründen habe ich mich entschieden, einen Subwoofer zu bauen, der speziell die Frequenzen um 45 Hz übernimmt.

Nun ist das Studentische Budget nicht gerade überragend und ich hatte mir ein Limit von 60€ gesetzt – inklusive Verstärker. Als erstes habe ich dementsprechend mal bei Conrad vorbei gesehen und wurde dort mit dem Visaton WS 20E-8 fündig (26€). Dieser weist im von mir gewünschten Frequenzgang bis ca 100 Hz einen annehmbar linearen Amplitudengang auf.

Frequenzgang Visaton WS 20 E – 8 Ohm

Nun kommt die Frage der Gehäusewahl. Geübt bin ich im Bau von geschlossenen und Bassreflexgehäusen, aber diesmal wollte ich einen anderen Weg gehen und entschied mich für ein einfach-ventiliertes Bandpassgehäuse. Insbesondere aufgrund mangelnder Erfahrung habe ich dann die kostenfreie Software “BassCADe” zur Rate gezogen um das Gehäuse mit den oben erwähnten Lautsprecher zu simulieren.

Frequenzgang einfach ventilierter Bandpass

Den zweiten “Huckel” kann man dabei ignorieren, da meine Crossover der Frequenzweiche im DSP bei 70 Hz liegt und der komplette rechte Teil wegoptimiert wurde. Um das Gehäuse herzustellen bin ich in den Hornbach zum Holzzuschnitt gegangen und habe dort 18mm Leimholz zuschneiden lassen (15€). Dann ging es in den Keller und ans Leimen (5€) und die benötigten Ausschnitte fräsen. Zum Fräsen nutze ich gern meinen Dremel mit dem Fräs-Kit. Die Ergebnisse sind nicht professionell, aber so, dass ich mir traue, sie anderen zu zeigen 🙂

Gehäuse mit Rohr und Chassis

Das kleine Loch am hinteren Teil ist für die Boxenkabelanschlüsse gedacht.Das Chassis ist fest verschraubt, aber nicht zusätzlich verklebt. Als Rohr dient ein 75 mm Hartplastik-Abflussrohr aus dem Baumarkt (1,50€). Den gefrästen Ausgang des Reflexrohres habe ich noch abgeschrägt, sodass die Öffnung quasi direkt in die Vorderseite übergeht. Das hat den Klang noch einmal runder und rollender gemacht,

Subwoofwer beinahe fertig

Nun kommen wir zur Gretchen-Frage: Welcher Verstärker? Schließlich müssen die 80 W auch befeuert werden. Die Antwort ist unkonventionell: Ein KKmoon TDA8932 35W Modul von Amazo (7€). Dabei handelt es sich um zwei differentiell betriebene Einzelendstufen welche im Verbund auf 35 W kommen (ja, wirklich 😉 ). 35 W für einen 80 W Tieftöner? Kling unterdimensioniert. Reicht aber für mein Wohnzimmer super aus.

Ausschnitt aus dem Datenblatt von NXP Semiconductors TDA8932B
Class-D audio amplifier

Verschaltung für Mono Sound

Das ganze hat dann noch ein 3D-Gedrucktes Gehäuse bekommen und ist dann hinter der Anlage verschwunden.

KKmoon TDA8932 Gehäuse 3D Druck

Das Gehäuse könnt ihr euch hier herunterladen um es selber zu drucken. Insgesamt bin ich mit dem resultierenden Ergebnis sehr zufrieden. Der Preis stimmt und ich habe bei Filmen mit einer basslastigen Effektspur auch Spaß. Positiv ist der weiteren zu erwähnen, dass der Subwoofer ein relativ begrenzten Wirkungsraum hat und kaum in die nächsten Räume und schon gar nicht in andere Wohnungen streut. Das ist für mich, da ich in einem Mietshaus wohne, durchaus wichtig. Man(n) möchte ja keinen Ärger mit den Nachbarn.