Pascal Tippelt's Blog

Linux und so

1. November 2017
von pascaltippelt
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Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 15 Winterschlaf

Um es kurz zu machen: Unser Wohnmobil hat keine Winterreifen und im Moment sehen wir auch keinen Sinn darin, denn im Winter ist uns Camping zu kalt. Aber wohin mit dem Mobil in den kalten Tagen? Natürlich bieten sich viele Scheunen im Raum Hannover für mehr oder weniger Geld an, doch wir haben Karl Heinz in Sachen bei meiner Familie eingemottet. Dort steht er nun hinter einem Carport.

Doch mit einfach hinstellen war das Ganze natürlich nicht getan. Zuvor mussten alle Flüssigkeiten die einfrieren können entleert werden (Frischwasser! Grauwasser!) und das Fahrzeug hochgebockt werden. Wir wollen ja keinen Standschaden.

Als letztes wurde noch eine spezielle Plane für Wohnmobile übergestülpt, sodass der Kurze nicht nass werde. Ich habe auch zuvor noch den Ölstand gecheckt und die Temperaturbeständigkeit des Kühlmittels (-40 Grad sind sehr zufriedenstellend).

Als sinnvoll angesehen wird auch, alle Gelenke noch Mal abzuschmieren (Kardanwelle!) und den Unterbodenschutz zu erneuern, was ebenfalls auf der Tagesordnung stand.

14. September 2017
von pascaltippelt
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Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 14 Solarstrom, Warmwasser und Blinkgeber

Das Projekt geht weiter 😀 Kürzlich habe ich wieder einiges eingebaut und fertiggestellt.

Solarstrom

Wir wollen nicht nur immer mal autark unterwegs sein, sondern auch einen Ausgleich zum Spritverbrauch des Wohnmobils schaffen, welcher unserem grünen Gedanke nicht so ganz entspricht. Deswegen haben wir uns entschieden, das Wohnmobil mit einer Solarzelle auszustatten. Da finanzielle Ressourcen nicht unbegrenzt verfügbar sind, habe ich direkt in Asien bestellt. Die Adresse der Wahl ist dabei Aliexpress, wir haben uns dabei für ein Modell mit nicht flexibler Solarzelle entschieden.

Dabei handelt es sich um ein Set, welches Solarzelle, Leitungen, Stecker und Solarladeregler vereint. Die Kosten sind mit rund 160 US Dollar recht gering, verglichen mit einem Modell, welches aus Deutschland geliefert würde. Man stellt sich natürlich die Frage, ob dieses Modul den hiesigen Ansprüchen, speziell den technischen entspricht. Deswegen liefert der Hersteller ein Zertifikat des TÜV Süd mit (als Kopie), welches die Konformität des Produkts attestiert.

Solarmodul mit Kabelverschraubung

Die Solarzelle an sich ist mit einem U-förmigen Aluminiumrahmen umrandet. Dies ist sehr stabil und wertig. Da ich vor hatte, die Solarzelle direkt an das Dach zu kleben, habe ich eine IP68 Kabelverschraubung genutzt um eine H07RN-F 3G2,5 Leitung ins „Innere“ zu bringen. Das „Innere“ wird durch den Kleber abgedichtet.

Die oben genannte Leitung habe ich mit einer weiteren Kabelverschraubung durch das Dach durchgeführt. Der Bereich direkt neben dem Bad hat sich angeboten, da ich dort die Leitung gut nach unten führen kann und den Laderegler im Fahrerbereich im Auge habe.

Der angesprochene Solarregler hat praktischerweise auch noch zwei USB Ladebuchsen für unsere Handys – das Bett liegt ja bekanntlich direkt daneben 😉

Normalerweise werden alle Verbraucher an den Solarladeregler angeschlossen, damit dieser jene im Falle von zu geringer Ladung abschalten kann. Ich habe mich einerseits aus Gründen der vorhandenen Verdrahtung dagegen entschieden, andererseits aber auch, weil wir durchaus theoretisch einen höheren Strom haben könnten, als der Laderegler aushält. Jener ist leider nur bis 10A belastbar, allein unser Kühlschrank benötigt einen höheren Strom.

Die Funktionsweise des Ladereglers ist relativ simpel. Wenn die Wohnraumbatterie (Akku…) geladen werden muss, schaltet er die Solarzelle direkt auf. Die Spannung der Solarzelle bricht auf die Spannung der Batterie zusammen und es fließt ein Ladestrom. Nähern wir uns dem Zustand „voll“ (hier 13,8 V), so wird dieses aufschalten periodisch ausgeführt, um die Batterie nicht zu überladen. Ist die Batterie voll, wird die Verbindung zum Solarmodul gänzlich unterbrochen. Um ein dauerhaftes Laden zu vermeiden, „wartet“ der Regler, bis die Batterie wieder etwas entladen wurde (auf 12,7 V), um dann erneut zu laden.

Vorbereitung: Kabelkanäle verlegen, Dach durchbohren, Leitung verlegen

Wer die Bilder genauer ansieht wird erkennen, das unser großes Fenster in einem miserablen Zustand ist. Das stimmt. Aber es ist dicht und wir sind derzeit nicht gewillt 400€ für ein stück Plastik auszugeben.

Angeklebtes Solarpanel

Warmwasser

Wer den Blog hier fleißig verfolgt, der weiß das wir bisher nur kaltes Wasser (verdammt kaltes Wasser!!!) hatten. Der ursprüngliche Gas-Boiler war schon beim Kauf abstinent, ein neuer ist sehr teuer. Also haben wir uns für eine „Therme“ von Truma entschieden, welche Warmwasser über die Heißluft der Heizung oder über 230V bereitstellt. Das Modell kostet ca 170€, wir haben eine elektrisch defekte für 30€ bei Ebay ergattert, welche ich kurzerhand repariert habe (der Schalter, welcher bei 65 °C abschaltet war defekt, Ersatzteil kostet 6€…). Ich habe dem System eine extra Sicherung spendiert, rein aus Sicherheitsgründen. Wir haben, da ich das elektrische System überarbeitet habe, auch einen Fehlerstromschutzschalter (sowas wurde 1978 noch nicht verbaut), somit halte ich das System auch für sicher.

Blinkgeber

Auf der einer kürzlichen Fahrt in den Westen Sachsens wurde ich mit einem verkehrstechnisch ernsten Problem konfrontiert. Der Blinkgeber – jenes elektrische Bauteil, welches den „Takt“ zum Blinken erzeugt – gab den Geist auf. Der Austausch gestaltete sich glücklicherweise preiswert und unkompliziert. Ein universal verwendbares Modul von Ebay brachte für knapp 14 € den Erfolg. Man muss erwähnen, dass unser Wohnmobil von einem der Vorbesitzer mit 2 zusätzlichen Blinkern vorn ausgestattet wurde – welche natürlich zusätzlich je 21 Watt verbrauchen. Der arme alte Blinkgeber hat dadurch einfach aufgegeben…

15. August 2017
von pascaltippelt
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Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 13 Der Probelauf und was noch zu tun ist

Zugegeben, ich habe hier lang nichts mehr von mir gegeben. Doch das Projekt ist weder gescheitert noch habe ich die Lust verloren. Ich hatte schlicht mal wieder Prüfungen und viel um die Ohren.

Dabei können wir erste wirklich große Erfolge vermelden. Zum Deichbrand Festival waren wir mit unserem Karl Heinz unterwegs und er hat ganz brav durchgehalten. Dabei haben wir natürlich alles einer ausführlichen Prüfung unterzogen.

Der Kühlschrank

… funktioniert super und kühl sehr gut, auch bei hohen Temperaturen. Wenn er denn an ist. Denn die Zündelektrik muss ich wohl noch einmal überarbeiten. Entweder bringt der Piezo-Kristall nicht genug Spannung, oder der Widerstand irgendwo auf der Strecke ist zu groß, denn der Zündfunke kommt nur sporadisch.

Die Dusche

…ist auf Herz und Nieren geprüft worden. Funktion ist gut. Das Wassersystem habe ich dennoch überarbeitet. Es ergab sich, dass es besser ist, den Drucksensor für die Pumpe „hinter“ das Druckausgleichgefäß zu positionieren, damit wird die Pumpe seltener geschaltet, was das Material schont.

Der Verbrauch

Wir hatten ja erwartet, da der Vergaser nicht wirklich eingestellt ist, dass wir mit knapp 20 Liter auf 100 km unterwegs sind… Aber! Im Durchschnitt sind wir mit 13 bis 14 Litern bei 80 km/h unterwegs. Das lässt sich wirklich sehen!

Das Radio

Funktioniert ja soweit gut, aber zieht selbst im „Standby“ dauerhaft um die 100 mA 😥

Das ist absolut unvertretbar, deswegen habe ich radikal wie ich bin einen Schalter ein gebaut, der das Radio komplett lahm legt, sonst saugt es uns ja alles leer…

Stützen

Ja, etwas spießig, aber wir haben uns vier günstige Stützen für Karl Heinz besorgt. Damit können wir ihn nicht nur ausnivellieren, sondern tun auch was gegen das Schaukeln des in die Tage gekommenen Fahrwerk.

Markise

Spontan einige Tage vorm Festival habe ich noch eine Markise von 4,5 Mal 2,4 m besorgt. Es handelt sich um ein Sonnensegel, das am Keder befestigt wird und dann vorm Wohnmobil Schatten spendet. Für nicht mal 100 € eine gute Investition.

Der Innenraum

Ist ja soweit fertig, nur vorn der Himmel ist immer noch nicht dran…

Zu erledigen

…ist der Himmel. Ich habe eine weitere Dämmschicht aufgebracht, insgesamt sind jetzt 30 mm Styropor verbaut. Darauf kann jetzt endgültig der Himmel aus Kunstleder, denn ich habe mir ein System aus Plan mit dem Styropor abschließenden Leisten ausgedacht, dass das Anbringen erleichtert.

Impressionen…

13. August 2017
von pascaltippelt
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Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 12 Wasser und Abwasser

Zu einem mobilen Heim gehört ein Wassersystem. Jenes, welches bei uns installiert war, hatte eher eine sporadische Note: Ein 10 l Tank mit einer kleinen Saugpumpe darin und ein Wasserhahn. Alles etwas provisorisch installiert und dazu noch über einen Schalter betätigt…

Da meine Vorstellungen zu einem Wassersystem anders sind und wir auch eine Dusche nachrüsten, habe ich ein Komplett neues Wassersystem eingebaut. Es besteht aus einem Tank, einer Pumpe mit Druckschalter, einem Boiler und 2 „Zapfstellen“, an denen Wasser entnommen werden kann. In der Küche ist (derzeit) nur Kaltwasser verfügbar, der Weg für Warmwasser dorthin wäre zu lang und somit zu verschwenderisch. Im Bad hingegen findet sich natürlich Warmwasser für die Dusche.

Noch nicht eingebaut habe ich den Frischwasserzugang von Außen, ich warte noch auf ein Blech. Abwasser gestaltet sich ein wenig herausfordernder. Unsere Dusche hat einen 40mm „Ausgang“. Soweit kein Problem, doch der „Eingang“ am Grauwassertank (Unterflur) hat ein 3/4 Zoll Schraubgewinde… Den Adapter habe ich kurzerhand 3D-gedruckt, da es sowas schlicht nicht gibt.

Folgende Komponenten habe ich verwendet:

Die Armaturen sind von Obi und einfach mit einem Schlauchadapter ausgestattet worden. Das ist um Welten günstiger, als passende Teile aus dem Caravan Zubehör zu nutzen…

14. Juni 2017
von pascaltippelt
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Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 11 Tank, Tankanzeige, Radio, Bett und Küche

Mehr als zwei Wochen sind seit meinem letzten Artikel hier vergangen, denn ich habe Prüfungsphase. Dennoch liegt das Projekt Wohnmobil nicht brach, denn es ist schließlich der perfekte Ausgleich zum kopflastigen Lernen. Da sooo viel passiert ist, möchte ich etwas strukturierter vorgehen als bisher.

Der Benzintank, die Tankanzeige

„Mit dir wird es nie langweilig…“ sagte meine Freundin nach dieser Aktion 😀 – Doch zurück: Der Benzintank musste entleert werden, denn die Tankanzeige funktionierte nicht. Außerdem ist die Tankentlüftung defekt. Ich habe also neue Benzinschläuche bestellt und begonnen den Tank in Kanister abzulassen. Eigentlich ein gemütliches Prozedere: Schlauch abklemmen, abziehen, in den Kanister stecken, warten… Klappte auch sol lange gut, bis ich das Ganze wiederholen wollte. Dabei brach der (uralte) Schlauch spontan durch. Einfach so. Ich hatte natürlich was untergelegt, kann ja mal ein Tropfen daneben gehen… Doch die Tropfgeschwindigkeit jetzt war schon beachtlich. Also schnell ein Gefäß untergestellt und ab in die Wohnung gerannt, da lag noch der neue Schlauch, welchen ich später einbauen wollte.

Tankgeber und Tank eines VW T2 Bus um Bedford Blitz.

Resultat der Aktion: Ich war schnell genug, die Umwelt hat nichts abbekommen (war aber knapp). Den Tank habe ich leer und die Kanister voll bekommen. Der Austausch der Tankentlüftung war ein Kinderspiel. Etwas komplizierter war die Sache mit der Tankanzeige. Als ertes stellte ich fest: Das ist kein originaler Bedford-Benzintank! Sondern einer vom VW T2 Bus. Naja, immerhin zeitgenössisch. Der darin verbaute Geber (Voll: 0 Ohm, leer: 78 Ohm) war dementsprechend nicht für unsere Anzeige (Voll: 33 Ohm, leer 0 Ohm) gedacht. Dem Elektrotechniker kommt aber ein Kniff zur Hilfe: Schaltet man Widerstände parallel, so ist der Gesamtwiderstand geringer (als der kleinste der beiden). Ich habe also einen 56 Ohm Widerstand parallel geschaltet:

R_neu = (Rgeber * Rparalell) / (Rgeber + Rparallel) = (78 * 56) / ( 78 + 56) = 32,59 Ohm

Das sin beinahe die geforderten 33 Ohm, passt also – beinahe. Nun ist nämlich voll leer und leer voll. Aber damit können wir leben, denn es ist besser als gar keine Anzeige 😉

Das Radio

Ja, unser Radio ist nicht zeitgenössisch. Aber wir möchten ein klein wenig modernen Komfort haben. Deswegen habe ich schon etwas länger einen 2-DIN Monociver bestellt, für den ich im Moment eine Halterung baue:

Zukünftige Halterung

Hier sieht man, dass vorn noch der Teppich fehlt. Korrekt! Kommt demnächst.

Das Bett…

…sollte größer werden. 123 cm waren meiner Freundin zu wenig Breite, was macht der Gentleman da? Ganz klar: Das Bett breiter. Auf knappe 140 cm habe ich es erweitert, jetzt haben wir immerhin nebeneinander Platz (in der Länge passe ich zwar immer noch nicht rein, aber egal…).

Außerdem mussten die Gasdruckfedern erneuert werden. Die linke der Beiden hatte schlicht keine Funktion mehr. Also haben wir zwei Stück bestellt. 1000 N Kraft haben die, jeweils! Aber wie einbauen? Bei der Kraft kann man die schließlich nicht mal eben stauchen. Es hilft: Ein Spanngurt. Sicher nicht die professionellste Methode und dennoch konnten die Gasdruckfedern temporär um die benötigten 1,5 cm verkürzt werden, um sie einzubauen. Jetzt bleibt das Bett von alleine oben! Welch ein Traum.

Die Küche

Die Küche kommt auch voran. Nachdem der Kühlschrank eingebaut, die Arbeitsplatte mit Holzsiegellack überzogen und die Schranktüren in „Produktion“ sind, geht es voran! Auch der Gasherd funktioniert tadellos (hier musste ich zwei Dichtungen erneuern und neue Befestigungen für den Gaskopf anfertigen).

Arbeitsplatte mit Gasherd und Spüle

Oh welch schöne Farbe dieses Blau ist…

Wie geht es weiter?

Das Bad! Es muss endlich vorangehen mit dem Bad. Samstag war ich mit dem Wohnmobil unterwegs, unter anderem um die Platten für das Bad zuschneiden zu lassen. Pustekuchen! Der Zuschnitt bei Hornach war geschlossen. Nun ja, es sind ja noch ein paar Wochen. Heute versuche ich es nochmal!