O2 und die partielle Auslandsdrosselung

Ich bin Mobilfunkkunde bei o2 mit dem kleinsten o2 Free Vertrag – 1 GB LTE “Highspeed”-Volumen und danach fast normal mit 1000 kbit/s weitersurfen. Das funktioniert in Deutschland wirklich gut, mittlerweile wird man nach Verbrauch des Datenvolumens auch nicht mehr aus dem LTE-Netz geschmissen, sondern verbleibt dort mit verminderter Geschwindigkeit.

Nun habe ich meinen Urlaub in Schweden verbracht, einem Land, dass ein sehr gut ausgebautes Mobilfunknetz hat. Schweden gehört zu Zone 1 des Auslandstarifs bei o2, also dem Bereich, in dem ich laut o2 “wie in Deutschland weiter telefonieren und surfen” kann.

Nun kam es so, dass ich mein Datenvolumen in Schweden verbrauchte und aus dem LTE-Netz flog (steht so in meinem Vertrag, alles paletti). Etwas irritiert war ich dann aber über die Datenrate, die mit daraufhin zur Verfügung stand: Trotz HSDPA mit 4/5 Balken habe ich einfach nicht mehr als 200 oder 300 kbit/s erreichen können. Nunja, vielleicht habe ich hier im Wald einfach kein ausreichendes Netz, habe ich mir gedacht… Dann aber ist mir etwas aufgefallen: Einige wenige Internetseiten werden mit wesentlich höherer Datenrate geladen als andere.

So wird zum Beispiel die Website von o2 (o2online.de), welche recht aufwendig ist und zusätzlich noch mit einer großen Summe an Bilder vollgepackt ist, mit ca. 3000 kbit/s geladen. Das hätte mich nicht weiter verwundert, wenn nicht auch die Seite von 1und1 mit über 3Mbit/s geladen würde…

Ich glaube o2 wendet hier eine Zweiklassenpolitik beim Datenverkehr an. Klar: Zugriff auf die eigenen Server, da muss nichts gedrosselt werden. Und das ich aus dem LTE fliege, wie es in meinem Vertrag steh: Das ist alles in Ordnung! Aber warum werden einige externe Seiten auch bevorzugt (1und1.de) und andere, “normale” Websiten so derart benachteiligt?

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Ein Monat o2 Free – Kurzerfahrung

Ich habe es nun doch getan: Mein blau.de Prepaid-Karte ist adé. Seit acht Jahren war ich Kunde, doch nun hat mich die Drosselung nach Ende des Datenvolumens derart gestört, sodass ich auf einen Vertrag umgestiegen bin.

Der hat, wie mein Prepaid bisher, 1 GB Highspeed-Volumen. Warte! Wo ist da die Verbesserung? Die Frage ist berechtigt, ihre Antwort so simpel wie genial: Die Drosselung erfolgt auf 1000 kbit/s statt auf unnutzbare 64 kbit/s. Das ist etwa 15 ma schneller und enspricht einer DSL 1000 Leitung – aber im Up- wie auch Download. Das Netzt von Telefonica kannte ich natürlich schon, so auch seine Schwächen. Insbesondere das EDGE-Netz von Telefonica ist ja kaum zu nutzen gewesen mit blau.de, doch – Oh Wunder! – jetzt tut sich was in der lahmen Leitung. Offensichtlich werden Vertragskunden im o2 Netz bevorzugt.

Doch was geschieht nun, wenn man in die Drosselung kommt? Nun, als erstes fliegt man aus dem LTE Netz. Das tut in den meisten Regionen nicht weh, es sei dann auf dem Lande, wo dann nur noch EDGE zur Verfügung steht. Ich konnte nun feststellen, dass Surfen, Mailen, Whatsappen und dergleichen noch ohne Einschränkung nutzbar ist. Musik Streamen? Ohne Probleme ( 320 kbit/s < 1000 kbit/s).

Doch wie sieht es mit Video aus? Rechnen wir einmal hoch: 1000 kbit/s sind 450 MB in einer Stunde. Gehen wir davon aus, dass ein durchschnittlicher Film zwei Stunden geht, so stehen unter optimalen Bedingungen nur ca 900 MB zur Verfügung. Bei Amazon Prime Video kann man sich eine Prognose in den Einstellungen ansehen:

Und siehe da: Wenn man auf die beste Qualität verzichten kann, kann man auch Videos streamen. Meine Erfahrung: “Gut” funktioniert immer, auch im Zug bei Netzwerk-Hopping, “Besser” geht wenn man sich nicht bewegt und “Optimal” lässt sich kaum ohne Ruckler nutzen. Selbst mein Plex-Streaming funktioniert – mit reduzierter Qualität – gut, so muss das!

Fazit: Wenn man nicht auf ein LTE-Netzwerk angewiesen ist, so kann man selbst mit dem kleinsten Tarif o2 Free S ohne Sorgen surfen, bis der Arzt kommt. Ich bin zufrieden. Ach und Telefon- und SMS-Flat sind natürlich auch dabei.