Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 13 Der Probelauf und was noch zu tun ist

Zugegeben, ich habe hier lang nichts mehr von mir gegeben. Doch das Projekt ist weder gescheitert noch habe ich die Lust verloren. Ich hatte schlicht mal wieder Prüfungen und viel um die Ohren.

Dabei können wir erste wirklich große Erfolge vermelden. Zum Deichbrand Festival waren wir mit unserem Karl Heinz unterwegs und er hat ganz brav durchgehalten. Dabei haben wir natürlich alles einer ausführlichen Prüfung unterzogen.

Der Kühlschrank

… funktioniert super und kühl sehr gut, auch bei hohen Temperaturen. Wenn er denn an ist. Denn die Zündelektrik muss ich wohl noch einmal überarbeiten. Entweder bringt der Piezo-Kristall nicht genug Spannung, oder der Widerstand irgendwo auf der Strecke ist zu groß, denn der Zündfunke kommt nur sporadisch.

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Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 10 Kühlschrank, Dichtungen und andere Kathastrophen

Die letzte Woche begann mit einem Rückschlag. Beim überprüfen der 230V Elektroinstallation musste ich feststellen, dass der Kühlschrank den RCD (“FI”) auslöst – mit einem Fehlerstrom über den PE (Schutzleiter). Natürlich ist das bisher niemand aufgefallen, denn das Wohnmobil hatte nur 2 Schmelzsicherungen. Glücklicherweise habe ich all dies erneuert und konnte durch den modernen Automaten einen Fehler feststellen, der sonst womöglich erst später und mit fatalen Folgen aufgefallen wäre. Der Fehlerteufel war die 230V Heizpatrone des Kühlschranks, welche an ihrer metallischen Außenseite solide 120V Spannung führte… Nun, ein Austausch hätte ich mechanisch definitiv machen können. Jedoch kostet eine solche Heizpatrone tatsächlich um die 50€ plus Versand. Für diesen Preis habe ich aber dann über eine Kleinanzeige einen vollständigen und vor allem voll funktionsfähigen Kühlschrank ergattern können. Es handelt sich um ein nicht unwesentlich größeres Modell vom selben Hersteller.

Dadurch, dass der neue Kühlschrank nun höher ist, musste dieser neben statt über dem Radkasten eingebaut werden. Ich habe also die gesamte Küche um ca 6 cm nach links verschoben. Das Resultat, in Kombination mit der Erweiterung nach hinten ergibt nun eine Gesamtlänge von zwei Metern, mit etwa 95 cm reiner Arbeitsfläche hinten. Tati freut sich zusätzlich noch über zwei große Schränke mit viel Stauraum unter dem neuen Arbeitsbereich.

Immer wieder fällt auf, dass das Wohnmobil als auch sein gesamtes Interieur nicht gerade winklich sind. Dies kann an der etwas lockereren Fertigung der 70er Jahre aber auch am Alter des Mobils liegen. Jedenfalls ist alles verzogen 😀

Das positive am neuen Kühlschrank: Dieser funktioniert nun auf 12V, 230V und Gas tadellos (Gefrierfach erreicht -18 Grad nach nur 2 Stunden Betrieb). Wo ich gerade bei Gas bin: Die Dichtungen am Gasherd musste ich auch neu bestellen 🙁 – die waren aufgrund ihres Alters kaum noch zu erkennen.

Die Holzzuschnitte für die Türen und Seiten sind bestellt und werden wahrscheinlich nächste Woche eintreffen. Bis dahin werden wir uns mit der Verbreiterung des Bettes sowie dem Bad beschäftigen, welches bald zum Abschluss kommen soll. Nebenbei erwähnt: Für die wichtigsten Sachen haben wir nun einen Zeitrahmen: Bis zum Deichbrand Festival muss das Mobil grundlegend bewohnbar sein, denn wir fahren dort mit Karl Heinz hin! Wir haben ein WoMo-Green Ticket gebucht – es ist unser erstes Festival und wir sind noch Anfänger, da kann man auch mal etwas ruhigeren Schlaf gebrauchen.

So arbeitsam dies alles war, hatten wir doch zwei Freuden. Zuerst haben wir eine gebrauchte 5KG Propangasflasche bekommen (nicht Pfand) – genau was wir brauchen. Danke an Benno und Sieglinde! Außerdem kommen immer wieder Leute einfach auf uns zu und erzählen uns, wie toll sie finden, was wir tun. Das spornt immer wieder an. Außerdem ist es gut zu wissen, dass die Nachbarn hinter dem Projekt stehen und sich vom Wohnmobil auf der Straße nicht gestört fühlen.

Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 2 Innen alles raus!

Innen hat schon mal jemand versucht, alles wieder hübsch zu machen. Versucht. Okay, es ist keine schlechte Idee, das alte Holzfurnier mit Klebefolie zu überziehen. Ungünstig nur, wenn es nicht überall gemacht wird und damit nicht einheitlich aussieht. Außerdem müssen viele Sachen einfach erneuert werden – Zeit also, alles rauszureißen:

Gut zu erkennen: Die Gasheizung und die Küche sind noch drin. Warum? Ich habe etwas Respekt vor dem Gas im Wohnmobil. Würde ich irgendetwas falsch demontieren oder wieder montieren kann das tödliche Folgen haben. Also lasse ich vom Gas die Finger und mache vor dessen Benutzung einen Gastest beim Fachmann – man weiß ja nicht, was der Vorbesitzer eventuell gemacht hat.

Das ist in etwas der Plan nach der Fertigstellung. Die zwei weißen Rechtecke sind (links) eine erweiterte Arbeitsplatte mit Stauraum und (rechts) ein leicht erhöhter Abstellbereich. Damit kann hinten keiner mehr schlafen – wollen wir aber auch nicht, denn wir nutzen lediglich das Hubbett im vorderen Bereich (hier nicht eingezeichnet). Folgende ToDo-Liste ergibt sich:

  • Bad neu konstruieren und bauen
  • Sitzbank rechts entfernen
  • Hubbett leicht vergrößern
  • neuen Fußboden verlegen

…aber dazu später mehr.

Projekt: Historisches Wohnmobil – Teil 1 Dichtigkeit

Ich habe ja schon ein wenig von unserem Projekt Wohnmobil erzählt. Da es undicht war, war natürlich der allererste Schritt alles wieder abzudichten. Ich wusste, dass der komplette vordere Bereich durchnässt war, denn die Verleimung der Isolierplatten hatte sich gelöst und die Himmel kam uns entgegen. Also habe ich diesen als erstes entfernt um mir das Ausmaß des Schadens genauer anzusehen.

Im Bild zu erkennen: Das Aluminiumdach (blau), welches glücklicherweise nicht rosten kann, aber durchlöchert ist. Wahrscheinlich wurden auf dem Teil des Daches unsachgemäß diverse Dinge angebracht. In wunderbaren Rostbraun sind die Stahlstreben, in weiß die alten und durchnässten Styroporplatten.

Ich fand am Dach zwölf Stellen, an welchen bis zu 4 Löcher waren. Zum Abdichten bin ich folgendermaßen vorgegangen:

  1. Reinigen des Umfeldes des Loches
  2. auffüllen des Loches mit Sika (einebnen)
  3. überkleben mit mehreren, gestaffelt großen Teilen selbstklebenden Aluminiumbandes
  4. überlackieren mit Sprühfarbe


Optisch ist dies sicher nicht die Beste Lösung, aber die Löcher, die teilweise fast 2 cm Durchmesser hatten (wie kann man sowas übersehen als Besitzer???), zu verschließen. Nach einigen Tagen Regen konnten wir feststellen: Das Wohnmobil ist wieder dicht. Jippi!

Wie im ersten Bild schon super zu erkennen gab es diverse Folgeschäden. Die Dämmung ist hin, auch das Kunstleder darunter. Am problematischsten sind die Streben darunter. Doch ich konnte ausatmen: Der Rost war lediglich oberflächlich und es gab keine Durchrostungen. Deshalb ging ich folgendermaßen vor:

  1. entfernen des groben Rostes mit einer Drahtbürste
  2. behandeln der Streben mit Rostumwandler
  3. nochmal mit Rostumwandler behandeln
  4. mit Lack wieder überstreichen um neues Rosten zu verhindern
Nach der ersten Schicht Rostumwandler (das ist keine Durchrostung, sondern ein Loch)

Es folgt demnächst die neue Dämmung – mit handelsüblichen Styropor von 20 mm Dicke.

Projekt: Historisches Wohnmobil

Camper sind spießig, oder? Sie stellen sich irgendwo auf einen total überlaufenen Platz und sonnen sich im Schatten des viel größeren und teureren Wohnwagens nebenan. Nun, wir wollen trotzdem campen. Anders. Individuell. Doch bevor man nur in die Nähe eines Campingplatzes kommt, muss man sich ein Heim beschaffen. Ein Zelt, einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil. Ersteres scheitert an Komfortansprüchen. Der Wohnwagen daran, dass wir kein Auto mit Anhängerkupplung haben – und auch nicht wirklich sicher sind, ob wir einen so großen Wohnwagen überhaupt ziehen wollen. Und das Wohnmobil? Das sollte am Preis scheitern, oder? Unser Budget lag schließlich bei bescheidenen 4000€ inkl. Reparaturen und Umrüstung nach unseren Geschmack. Klar, dafür bekommt man kein neues Wohnmobil. Die kleinsten gehen bei 35.000€ los – in der Holzklasse. Einen guten gebrauchten findet mach sicher um die 8, 9 oder 10-tausend Euro, aber für unter 4000€? Nun, wir haben uns auf dem Gebrauchtmarkt umgesehen: Ein Modell mit dem Alkoven kommt nicht in Frage, ein Teilintegrierter wäre in Ordnung, vollintegriert am Besten. Also wahrscheinlich ein Hymer.

Wir sind schnell auf den Trichter gekommen, das in dem Preisbereich ein Wohnmobil alt sein wird. Sehr alt. Und dann gäbe es Probleme mit Umweltzonen. Also? Historisches Kennzeichen und richtig alt. Angeschaut haben wir uns 3 Wohnmobile: Einen Hymermobil 650. Abgesehen davon, dass die Kiste riesig ist, war sie total verrostet. Es folgte ein Hymermobil 521 mit Motorumbau (von Bedford Benzin auf Unimog Diesel). Der Motor war hier leider in Kathastrophalen Zustand. Beim dritten handelte es sich wieder um ein Hymermobil 521 auf Bedford Blitz Basis mit 2,3l Benziner. Karosse und Motor waren instand, aber dennoch der Motor schlecht gewartet und die Kardanwelle nicht mehr so recht in Ordnung. Für den gebotenen Preis von 2800€ nicht zu halten. Glücklicherweise bekamen wir für eben dieses Wohnmobil einen neuen Preis – der Verkäufer knickte tatsächlich um 800€ auf 2000€ ein. Wir entschieden uns spontan, das Wohnmobil zu nehmen, obwohl es klare Mängel auf weißt. Diese sind aber klar im Rahmen des möglich zu beheben:

  • Nockenwellendeckeldichtung erneuern
  • Kardanwelle neu Wuchten und Mittellager erneuern
  • Wassereinbruch in Himmel der Front beseitigen und Folgeschäden beseitigen
  • Verbastelte Elektronik erneuern

Des weiteren kommen für uns folgende Schritte hinzu, um dem Wohnmobil unseren eigenen Stil aufzudrücken:

  • vollständige Renovierung des Innenraums
  • Erneuerung der Nasszelle
  • Wiedereinbau einer Warmwasseraufbereitungsanlage

Die Story dessen gibt es hier ab jetzt regelmäßig zu lesen.